Bhutan Discover
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Nationalparks und Wildlife Sanctuaries in Bhutan:

Das Königreich Bhutan ist äußerst umweltbewusst und trachtet danach, seine einzigartige Natur mit dem artenreichen Tier- und Pflanzenleben zu schützen und zu erhalten. Dieser Schutz hat einen sehr hohen Stellenwert und in den Schulen wird schon den Kindern die Wichtigkeit des Umweltschutzes vermittelt. Durch die "Königliche Gesellschaft zum Schutz der Natur" (Royal Society for the Protection of Nature) sind viele einheimische Tierarten wie Moschushirsch, Takin, Roter Panda, Schwarzhalskranich, Blauschaf, Schneeleopard und Goldener Langur offiziell geschützt. Außerdem existiert eine enge Zusammenarbeit mit dem Forstwirtschaftsministerium, dem Umweltministerium und dem WWF (World Wildlife Fund). Letztgenannter unterstütz auch finanziell bestimmte Umweltprojekte. Über 70% der Fläche von Bhutan ist bewaldet und 30% sind Nationalparks. Bergsteigen ist seit 1970 verboten. Hinzu kommt, dass ein Anteil Ihres Reisepreises dem Königreich Bhutan für soziale Programme und für die Instandhaltung der Nationalparks zugutekommt. Neben den Nationalparks gibt es auch noch "Wildlife Sanctuaries". Diese bilden das Fundament der Naturschutzgebiete Bhutans. Sie bedecken zusammen weitere 35 % der Landesfläche. Jedes dieser Gebiete hat seinen eigenen Charakter und bietet bedrohten Tieren, Vögeln und Pflanzen eine Heimat.

Da sich Bhutan seit den späten 1980er Jahren zunehmend nach außen geöffnet hat und der nationale Modernisierungsprozess im Gange ist, hat Bhutan wichtige Schritte zur Erhaltung seiner Artenvielfalt unternommen sowie den Grundstein für zukünftige Konservierung gelegt. Ein sehr wichtiger Schritt war die Erklärung seiner Majestät, des vierten Königs von Bhutan, dass mindestens 60 % des Landes bewaldet bleiben muss. 1993 wurden die ursprünglichen Tierwelt Schutzzonen auf Bhutans nördliche und südliche Grenzen ausgedehnt und zu vollen Schutzgebieten erklärt, die heute 26% des Landes und das komplette Spektrum der natürlichen Lebensräume verbunden mit Schutzkorridoren in Bhutan abdecken. Das Schutzgebiete-System hat eine zentrale Stellung in der Erhaltung der Vogelwelt von Bhutan. Große Schutzgebiete werden nachstehend, erläutert mit Beispielen von Tierarten, die in diesen Gebieten gefunden werden können.

Das Schutzgebiete-System gibt der Erhaltung der Vogelwelt von Bhutan einen besonderen Stellenwert, so dass global bedrohte oder kurz vor der Bedrohung stehende Arten hier ein sicheres Habitat finden. Weiter untenstehend führen wir Ihnen die größeren Schutzgebiete mit Beispielen von Tierarten auf, die in diesen Gebieten anzutreffen sind. 

Bhutan besticht mit ursprünglicher Schönheit und unverdorbener Natur

Bhutan Naturreisen


Karte der Nationalparks in Bhutan

Hier finden Sie Informationen zur Geographie Bhutans


Bhutan hat vier Nationalparks aufzuweisen:

Jigme Singye Wangchuck National Park 

Lage:                     Trongsa (Zentral), Bhutan

Fläche:                  1.400 qkm

Höhenlage:            500 m bis 5.000 m

Gründung:             1995

Der Jigme-Singye-Wangchuck-Nationalpark (benannt nach Jigme Singye Wangchuck, dem ehemaligen König von Bhutan von 1972 bis 2006; er ist der Vater des gegenwärtigen Königs Jigme Khesar Namgyel Wangchuck) hieß zuvor Black-Mountain-Nationalpark und ist der drittgrößte Nationalpark Bhutans. Der Nationalpark grenzt an den südlich gelegenen Royal-Manas-Nationalpark. Der Jigme-Singye-Wangchuck-Nationalpark liegt in den Vorbergen des Himalayas zwischen 500 bis 5.000 m, das heißt die Lebensräume decken von den tropischen über die subtropischen Feuchtwäldern bis zu alpinen Bergwiesen verschiedene Ökosysteme ab. Der Park ist ein wichtiger Korridor zwischen dem Royal-Manas-Nationalpark im Süden und dem nördlich gelegenen Jigme-Dorji-Nationalpark. Etwa 400 Vogelarten und 37 Säugetierarten wurden in diesem artenreichsten Gebiet des östlichen Himalayas spezifiziert. Ein Teil des Parks nimmt das malerische Phobjekha-Tal ein, in dem Schwarzhalskraniche überwintern. Darüber hinaus ist der Park auch Heimat für andere exotische Fauna wie Muntjak , Tiger (Panthera tigris tigris), Roter Panda (Ailurus Fulgens) und Goldlangur. Zu den bedrohten Arten zählen der Leopard und der Asiatische Wildhund. In Gebirgslage findet man Serau (Capricornis thar), Moschus (Moschus moschiferus), Himalaya-Schwarzbär (Ursus Thibetanus), Schneeleopard (Panthera uncia), Takin (Budorcas taxicolor) und Wildschwein (Sus scrofa) vor. Andere charakteristische Arten sind Sambar (Cervus unicolor, auch Rusa unicolor), Indischer Muntjak (Muntiacus muntjak) und Goldlangur (Trachypithecus geei).


Jigme Dorji Nationalpark, Bhutan

Lage:                     Nordwesten (Paro, Thimphu, Punakha, Wangduephodrang and Gasa), Bhutan

Fläche:                   4.349 qkm

Höhenlage:             1.400 m bis 7.000 m

Gründung:              1993

Der Jigme-Dorji-Nationalpark ist mit 328 Vogel- und 36 Säugetierarten, 5 Arten von Reptilien- und 300 verschiedenen Medizinpflanzen sowie 39 Schmetterlingsarten eines der artenreichsten Gebiete des östlichen Himalayas und erstreckt sich vom Laubwald bis zu den ewigen Eisfeldern und Gletschern an der Nordwestgrenze Bhutans. Der Monsunregen und ein Höhenunterschied von 1.400 bis 7.000 m sorgen für eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Heilige Berge, wie Chomolhari (7.326 m), Tserim Kang (6.532 m) und Jichu Drakey (6.682 m) sind bedeutende Sehenswürdigkeiten des Parks. Gletscher und Gletscherseen speisen die größten Flüsse Bhutans wie Pachhu, Wangchhu, Phochhu und Mochhu. Die alpine Region beheimatet zahlreiche Blumen wie die Nationalblume, den Blauen Mohn, aber auch Edelweiß, Orchideen und Rhododendren. Typische Tierarten sind Schneeleopard (Panthera uncia), Takin (Budorcas taxicolor), Königstiger (panthera tigris tigris), Kragenbär (Ursus thibetanus) und Kleiner Panda (Ailurus fulgens), welche die Wälder und Bergregionen des Parks bewohnen. Dieser Nationalpark dürfte wohl das einzige Gebiet auf der Welt sein, in dem sich das Verbreitungsgebiet von Königstiger und Schneeleopard überlappen. Rot-satyrhuhn (Tragopan Satyra) und andere hochalpine Arten sind charakteristisch für diesen Park, zusammen mit anderen seltene Vögel, die Flüsse in subtropischen Laub-Wäldern, wie die Kaiserreiher (Ardeas insignis), Bindenseeadler (Haliaeetus leucrphycus) und Himalaya-Fischuhu (Bubo Flavipes) zugeordnet. Der Jigme-Dorji-Nationalpark ist auch bekannt für einige der beliebtesten Trekkingtouren Bhutans. 


Royal Manas Nationalpark, Bhutan

Lage:                     Zentral/Süden von Bhutan

Fläche:                  1.057 qkm

Höhenlage:            tropisch bis subtropisch

Gründung:             1993


Der Park hat eine Fläche von 1.057 qkm, die noch relativ unerschlossen ist. Er gilt als das Kronjuwel Bhutans und als eine genetische Ressource. Zuvor war der Nationalpark ein königliches Jagdgebiet. Der Park bildet das größte tropische und subtropische Ökosystem des Landes und ist UNESCO-Weltnaturerbe. Mit tausenden von Tier- und Pflanzenarten, von denen viele weltweit als bedroht gelten, ist der Nationalpark Royal Manas nicht nur das Schutzgebiet mit der höchsten Artenvielfalt Bhutans, sondern auch einer der global außergewöhnlichsten Orte. In Südzentral-Bhutan gelegen, reicht seine Südgrenze an den Manas-Nationalpark in Indien. Der Manas-Fluss bildet die Grenze zwischen Bhutan und Indien. Im Norden grenzt der Nationalpark an den Jigme-Singye-Wangchuck-Nationalpark. 1966 wurde Royal Manas zum Wildlife Sanctuay ausgewiesen und 1993 zum Nationalpark erklärt. Von Mai bis September bringt der Monsun bis zu 5.000 mm Regen. Im Winter fällt dieser nur in geringfügigen Mengen. Von November bis Februar ist das Klima sehr angenehm. Das Gebiet ist außergewöhnlich artenreich, einschließlich Königstiger (Panthera tigris tigris), Asiatischem Elefant (Elephas maximus), Wasserbüffel (Bubalus arnee), Panzernashorn (Rhinoceros unicornis), Nebelparder (Neofelis nebulosa), Kragenbär (Ursus thibetanus), Goldlangur (Trachypithecus geei), Gangesdelfine (Platanista) und Vorderindischem Schuppentier (Manis crassicaudata). Mehr als 365 Vogelarten sind hier bereits offiziell gesichtet worden. Man geht aber davon aus, dass sich weitere 200 Vogelarten im Park aufhalten. Hier leben unter anderem auch die weltweit bedrohten Arten wie Nepalhornvogel (Aceros nipalensis), Bindenseeadler (Haliaeetus leucoryphus), die zweitgrößte Reiherart, der Kaiserreiher (Ardea insignis), Fleckenbrust-Zwergtimalie (Timaliidae), Bergrötel (Monticola cinclorhynchus) und Prachtkuckuck (Chrysococcyx maculatus). Viele der im Park vorkommenden über 900 Pflanzenarten haben kommerzielle, medizinische, traditionelle oder religiöse Bedeutung.


Thrumshing La-Nationalpark


Lage:            Zentral-Bhutan

Fläche:          786 qkm

Höhenlage:    subtropisch bis alpin

Gründung:     1998

Der in Zentral-Bhutan gelegene Park nimmt eine Fläche von 786 qkm ein und wurde nach dem Thrumshing La-Pass benannt. Er ist Bhutans jüngster Nationalpark (geöffnet seit 1998) und Heimat von 68 Säugetierarten. 620 verschiedene Medizinalpflanzen sind anzutreffen. Unberührte Nadelwälder reichen von 4.000 m Höhe hinab zu subtropischen Laubwäldern. Schneeleopard (Panthera uncia), Königstiger (Panthera tigris tigris) und Roter Panda (Ailurus fulgens) finden hier einen wichtigen Lebensraum. Durch die unterschiedlichen Höhenlagen hat der Park einen der größten Klimaunterschiede weltweit aufzuweisen (von ca. -21°C bis +28°C). Aufsehen erregte der Park im Jahr 2000 als der WWF mit einer Fotofalle einen Tiger auf 3.000 Metern Höhe fotografierte. Dies war das erste Mal, dass man ein Foto von dieser Art in solch einer Höhe machen konnte. Daneben wurden 341 Vogelarten in diesem Naturparadies registriert. Spezialitäten sind: Nepalhornvogel (Aceros nipalensis), Rotkehl-Zaunkönigstimalie (Spelaeornis caudatus), Rot-Satyr-huhn (Tragopan satyra), Schmuckkleiber (Sitta formosa), Rosenschwanztrogon (Harpactes wardi) und Rotbrustbuschwachtel (Arborophila mandellii), Kleinschnabeltimalie (Sphenocichla humei). Bekannt ist der Park auch durch seine atemberaubenden Bergszenerien die jährlich zahlreiche Wanderer anziehen. Die Einnahmen helfen den Gemeinden, den Nationalpark instand zu halten.


Wildlife Sanctuaries

Phibsoo- Wildlife Sanctuary

Lage:                 Süd-Bhutan, Grenze mit West-Bengalen

Fläche:              278 qkm

Höhenlage:        200 m bis 1.600 m

Verbunden:       durch einen biologischen Korridor mit Jigme Singye Wangchuck National Park und Royal Manas National Park

Wildlife Sanctuary Phibsoo ist der zweitkleinste Nationalpark in Bhutan und die Heimat von Axishirsch (Axis axis), Elefant, Gaur (Bos gaurus), Tiger (Panthera tigris), Goldlangur (Trachypithecus geei) und Nepalhornvogel. Dort kommt auch eine besondere Form des Monsunwaldes, der Salwald (Shorea robusta) vor. Der Salbaum ist ein Hartholzbaum und erreicht Wuchshöhen von bis zu 35 und der Stamm einen Durchmesser von bis zu 2 m.


Bomdeling- Wildlife Sanctuary

Lage:                 Nordost-Bhutan, Grenze mit Himalaya (China)

Fläche:              1.300 qkm

Höhenlage:        1.500 m bis 6.000 m

Gründung:         1998

Das Wildlife Sanctuary Bomdeling liegt im nordöstlichen Bhutan und beinhaltet das frühere Kulong Chu Wildlife Sanctuary. Die alpine Region ist Heimat von Blauschaf, Schneeleopard, Kragenbär, Tiger, Rotem Panda und Moschushirsch. Außerdem ist der Park ein Überwinterungsort von Schwarzhalskranichen. Hier findet man artenreiche Laubwälder wie auch bis zu 400 Jahre alte Bhutan-Tannen-Wälder vor. Ab 2007 wurden hier Seeadler registriert, ein Novum für das Schutzgebiet. Eine Aufnahme in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe ist wahrscheinlich.


Sakteng- Wildlife Sanctuary

Lage:                Ost-Bhutan, Trashigang Distrikt

Fläche:              650 qkm

Höhenlage:        Subalpin

Gründung:         2003

Das Schutzgebiet ist der östlichste Park Bhutans und ist eine verlorene Welt der biologischen Vielfalt, die es noch zu entdecken gilt. Es präsentiert eine breite Vielfalt von Himalaya-Ökosystemen: Almwiesen, gemäßigten und subtropischen breitblättrigen Wald. Hier leben auch isolierte Nomaden. Die Himalaya-Kiefer- Wälder und die Teppiche von Rhododendron bieten Lebensraum für Gelbbauch- Moschus (Moschus chrysogaster), Schneeleoparden, Roten Pandas, Kragenbären, Muntjak, Himalaya-Rotfuchs, Himalaya-Eichhörnchen und angeblich auch für den mythischen Yeti. Bemerkenswerte Vogelarten sind: Assamese Ara, Blut-Fasan, Tibetwürger, Grauspecht, Wiedehopf, Rotbrustmeise, Schwarzhalskranich (Grus nigricollis) und Rosenfinken. Die Pflanzenwelt umfasst Bhutans Nationalblume, den „Blue Poppy“ Blau Mohn (Meconopsis), Rhododendren, Primeln und Enziangewächse; die Blüten verwandeln den Park im Frühjahr in einen Farbengarten. Viele Pflanzen haben medizinischen Wert. – hervorzuheben ist der viel gesuchte Cordyceps (dieser parasitiert auf der Raupe eines Nachtfalters und ist wegen seiner aphrodisiaken Wirkung besonders in China heiß begehrt).


Khaling-Wildlife Sanctuary


Lage:                    Süd-Ost-Bhutan, Samdrup Jongkhar Distrikt, (Grenze mit Assam)

Fläche:                  273 qkm

Höhenlage:            400 m bis 2.200 m

Das Naturschutzgebiet ist das kleinste Bhutans und Heimat von Wildelefant, Gaur, Zwergwildschwein (Porcula salvania) und Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus). 


Torsa Strict-Nature Reserve

Lage:                West-Bhutan

Fläche:              610 qkm

Höhenlage:        1.400 m bis 4.800 m

Gründung:         2002

Torsa Strict Nature Reserve ist der westlichste Nationalpark des Landes und das einzige Schutzgebiet, in dem keine Menschen leben, abgesehen von Yakhirten, die dort ab und zu anzutreffen sind. Die Tierwelt beinhaltet: Bengalgeier (Gyps bengalensis), Rotbrust-Buschwachtel (Arborophila mandellii), Glanzrückensegler (Apus acuticauda), Nepalhornvogel (Aceros nipalensis), Lippenbär (Melursus ursinus) und Kragenbär (Ursus thibetanus). 


Wangchuck-Centennial Park

Lage:                 Nord-Bhutan (grenzt mit Himalaya an China)

Fläche:              4.910 qkm

Höhenlage:        2.500 m bis 5.100 m

Gründung:         2008

Der Wangchuck Centennial Park umfasst das Quellgebiet der vier großen Flusssystemen: Punatsang Chhu, Mangde Chhu und Chamkhar Chhu Kuri Chhu und enthält verschiedene ökologische Nischen von Himalaya-Kiefernwälder bis hin zu Almen, in Höhen von 2.500 m bis 5.100 m. In dem 2008 gegründeten Park leben über 100 Vogelarten und 23 Großsäugetiere wie Schneeleopard (Panthera uncia), Bhutan-Takin (Budorcas taxicolor whitei) und Wolf (Lupus).