Bhutan Discover
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Kultur in Bhutan

Traditionelle Kunst, Jahrhunderte alte Zeremonien, Festivals; die Gesellschaftsordnung und historischen Strukturen sind in Bhutan keine lästigen Überbleibsel aus alten Zeiten, sondern werden immer noch, wie vor hunderten von Jahren, praktiziert. Lebendige Festivals werden gefeiert und an sozialen Prinzipien wie den Driglam Namzha (Verhaltensregeln) wird festgehalten. Diese haben eine besondere Bedeutung im täglichen Leben der Einheimischen.


Die bhutanische Sprache, Literatur, Kunst und Kunsthandwerk, Drama, Musik, Events und Architektur sowie die sozialen und kulturellen Werte fußen im Buddhismus. Der Einfluss dieser Religion auf das tägliche Leben ist weithin sichtbar. Hunderte Klöster, Stupas, Gebetsfahnen, religiöse Stätten und Gebetsmühlen sind im ganzen Land zu finden.


In den darstellenden Künsten wie Tanz und Musik, die Teil der religiösen Tradition sind, ist die Lebendigkeit dieser Kultur erkennbar. Zudem nehmen weltliche Performances mit Tanz, Musik, traditionellen Instrumenten, und Dramen aus Biografien von religiösen Persönlichkeiten einen besonderen Platz im Leben der Bevölkerung Bhutans ein.


Die Textilindustrie konnte in den letzten Jahren aufgrund der einzigartigen Herstellungstechnik, Farben und Muster internationales Ansehen erlangen.

Zu den kulturellen Highlights einer Bhutan Reise zählen die Tsechus (Festivals)


Sitten / Gebräuche in Bhutan

Bhutan ist ein Land, dessen Sitten und Gebräuche anders sind als in Europa. Besuchern aus Europa erscheinen diese häufig fremdartig und ungewohnt. Eine wichtige Rolle spielen die soziale Rangfolge und der Respekt gegenüber Höhergestellten und älteren Menschen.

Alleine schon beim Aufstehen und Hinsetzen gibt es gewisse Regeln. Man neigt sich leicht nach vorne beim Aufstehen; beim Hinsetzen werden die Knie mit einem Zeremonienschal bedeckt und die Beine nebeneinandergestellt. Beim Sprechen wird die Hand vor den Mund gehalten, damit das Gegenüber nicht durch den Atem belästigt oder verunreinigt wird. Hängt man an ein Satzende die Silbe "la", so gilt dies als ein Zeichen des Respekts. In Tempeln und Klöstern sollte man leise sprechen, aus Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Ortes. Schuhe werden ebenfalls vor Betreten des Tempels ausgezogen. Generell gilt, dass der Kopf als der heiligste Körperteil gesehen wird. Deswegen sollte es unbedingt vermieden werden, andere Menschen am Kopf zu berühren. Die Füße, die als unreinster Körperteil gelten, sollten niemals zu jemandem hinzeigen, da dies als Beleidigung aufgefasst werden kann.


Eine weitere Besonderheit ist "das Gesicht wahren". Dies kann für Besucher sehr verwirrend sein, denn es gilt als unhöflich "nein" zu sagen. Praktisch heißt das, dass ein Bhutaner nie eine Verneinung aussprechen wird, sondern immer eine positive Antwort gibt oder ausweicht, denn er möchte sein Gesicht wahren und auch den Gesprächspartner nicht in eine unangenehme Situation bringen. Eine große Selbstsicherheit und das Bestehen auf seiner eigenen Meinung gelten als schlechter Umgangston.

Geschenke haben ebenfalls eine andere Bedeutung als in Europa. Geschenke sollten unbedingt erwidert werden, es sei denn sie kommen von einem Ranghöheren an einen Rangniederen. Auch werden Geschenke niemals in Gegenwart des Schenkenden geöffnet. Es ist auch nicht üblich, sich für Geschenke schriftlich zu bedanken. Bei wichtigen Lebensereignissen wie Hochzeit, Beförderung etc. ist es üblich drei, fünf, sieben oder neun Stücke Stoff zu schenken, zusammen mit einem weißen Zeremonienschal. Heutzutage schenkt man eher Geld, dies jedoch zusammen mit einem weißen Zeremonienschal.
Auch vor Antritt einer Reise wird der Reisende beschenkt.

Bhutaner gelten als sehr gastfreundlich. Mindestens eine Tasse Tee oder ein Glas Alkohol sollte der Gastgeber seinen Gästen anbieten. Ein Angebot sollte jedoch nicht bei der ersten Nachfrage angenommen werden. In Bhutan ist es unüblich sich beim Essen zu unterhalten. Aus diesem Grund unterhält man sich vorher und wenn man fertig gegessen hat, verlassen die Gäste das Haus des Gastgebers. Ausländer wissen dies meist nicht, da es normal ist, sich nach dem Essen weiter zu unterhalten. Ein bhutanischer Gastgeber kann da schon einmal nervös werden.
Beim Essen sitzen die Familienmitglieder im Schneidersitz am Boden. Traditionell bekommt das Oberhaupt der Familie als erstes das Essen serviert. Gegessen wird normalerweise mit den Händen. Im Zuge der Modernisierung haben sich mittlerweile die Essgewohnheiten vor allem in den Städten etwas geändert, es wird Besteck benutzt und die Menschen sitzen am Tisch.
Traditionell werden Gerichte im Steingut zubereitet, mittlerweile wird auch mit Pfannen und Töpfen gekocht.
 

Wir haben für Sie eine Zusammenfassung zum Thema Essen und Trinken in Bhutan erstellt

Wichtig für die Bhutaner ist außerdem die Teilnahme an Zeremonien.
Grundsätzlich werden beim Besuch eines Dzongs oder bei einem offiziellen Anlass Zeremonienschals getragen.
Es gibt zwei verschiedene Zeremonien. Die eine nennt sich Shugdrel und kann grundsätzlich nur von einem Mönch durchgeführt werden. Sie soll Glück und Wohlstand bringen.
Die zweite Art von Zeremonie wird durchgeführt, um die lokalen Schutzgottheiten (Marchang) zu besänftigen. Es wird ein Glas mit einheimischen Bier gefüllt und auf einen Dreifuß gestellt. Am Rand des Glases befinden sich 4 Butterhörnchen. Die ranghöchste Person schöpft nun etwas aus dem Gefäß ab, spricht ein Gebet und gießt dann einen Teil davon auf den Boden. Anschließend wird eine Gebetsfahne gesegnet. Auf diese Art wird das Opfer dem Himmel dargeboten.
 

Informieren Sie sich über den Ablauf der Tsechu Festivals


Kleidung der Einheimischen in Bhutan

Gho für Männer

Der Gho, die traditionelle Kleidung von Männern, ähnelt einem knielangen Bademantel und besteht aus meist kariertem, manchmal unifarbenem und zum Teil aufwändig gemustertem Stoff. Er besteht aus einem bodenlangen Jackenteil, der mittels eines Stoffgurtes (Kera) auf die gewünschte "Rocklänge" hochgezogen wird und unterhalb des Gurtes beidseitig nach hinten eingeschlagen wird. In den ausladenden Wülsten oberhalb des Gurtes ist viel Platz zum Verstauen des traditionellen Dolches bis hin zum Kautabak und heutzutage (seit 2005) zum Mobiltelefon. Das Anziehen eines Ghos erfordert viel Geschicklichkeit, damit er korrekt sitzt. Dazu werden normalerweise knielange Socken getragen. Bei offiziellen Anlässen wird ein Tuch (Kabney) über die linke Schulter und um den Körper geschlagen. Die Farbe des Tuches zeigt den Status der Person: weiß für normale Bürger, rot für Personen, die vom König ausgezeichnet wurden, rot-weiß gestreift und blau-weiß gestreift für Beamte (je breiter diese Streifen, desto höher der Rang) und grün für Richter. Orange und Gelb sind für den höchsten Mönch (Je Khenpo) und den König Bhutans (Druk Gyalpo) reserviert. Der Gho wird zu festlichen Anlässen, offizielles Arbeitsgewand und als Schuluniform für alle Schüler bis zur 12. Klasse getragen.

Kira für Frauen

Die Kira ist ein knöchellanges Kleid, welches aus einer ca. 1,4 m weiten und (je nach Körperfülle der Dame) 2–3 m langen Stoffbahn besteht (oder aus mehreren zusammengenähten Stoffen). Der Stoff wird um den Körper gewickelt und mit einer Kera, einem gewobenen Gurt zusammengehalten. Über den Schultern wird der Stoff mit einer Brosche (Koma) befestigt. Unter der Kira wird eine langärmelige Bluse getragen (Wonju) und darüber ein hüftlanges Jäckchen (Tego). Die soziale Stellung der Frau wird durch Muster, Farbwahl und Verzierungen des Stoffes ausgedrückt.

Die Bevölkerung in Bhutan


Architektur

Die Architektur von Bhutan, inspiriert durch die tibetische Architektur, ist einzigartig. Ein königlicher Erlass schreibt den Dorfbewohnern vor, den traditionellen Stil der Häuser einzuhalten. Die Holzoberflächen der Gebäude wie Fenster, Türen und Balken sind mit verschiedenen religiösen Motiven, bunten Blumen oder Tiermotiven verziert, die unterschiedliche Bedeutungen haben. Beste Beispiele dafür sind die verschiedenen Dzongs (Klosterburgen), Tempel oder Chorten. Einfache Bauernhäuser werden nach wie vor aus Holz, Lehm, Stein und Ziegeln ohne Verwendung von Nägeln gebaut.

Lhakhang (Tempel)

Ein Lhakhang ist ein einfach konstruiertes, einstöckiges Gebäude, das um einen kleinen Innenhof herum gebaut ist. Das Lhakhang unterscheidet sich von gewöhnlichen Häusern durch einen roten Fries, der den oberen Teil der Mauern umläuft, sowie durch goldene Kupferornamente auf dem Dach. Die Innenwände sind mit Malereien bedeckt; manchmal ist der Raum durch Säulen in eine Vorhalle und das eigentliche Heiligtum unterteilt. Das Lhakhang scheint den Beginn einer religiösen Architektur zu kennzeichnen. Einige Lhakhangs sind schon hunderte von Jahren alt. Am bekanntesten dürfte das Taktshang Lhakhang (Tigernest-Kloster) sein.

Gompa (Kloster)

Der ältere Typ des Gomba setzt sich aus einem Kernstück mit einem oder zwei Tempeln und mehreren um diese Tempel gruppierte Wohngebäude zusammen. Der Dzong-Typ hingegen ist in Form einer Festung gebaut, mit einem Turm in der Mitte, der die Tempel beherbergt, und mit einer alles umgebenden Mauer, an deren Innenseite die Zellen der Mönche und die Diensträume angebaut sind. Besonders eindrucksvolles Beispiel ist das Gompa Gantey in der Nähe des Pele La Passes.

Dzong (Klosterfestung oder Klosterburg)

Ein Dzong ist die Bezeichnung für eine mächtige Klosterfestung in Bhutan. Jeder der 20 Distrikte Bhutans besaß einen Dzong, er war religiöses Zentrum und zugleich Verwaltungssitz des jeweiligen Distriktes. Jeder Dzong ist gleich aufgebaut: der linke Teil ist der Regierungssitz und im rechten Teil ist der Sitz der Mönche (Drukpa). Das zuständige Distriktgericht ist auch im Dzong untergebracht. Besondere Beachtung gilt den aufwendigen Verzierungen der Holzflächen. Grundsätzlich besteht die Anlage eines Dzong aus einem zentralen Turm, dem Utse, der in der Mitte eines Hofes errichtet ist, den Mönchszellen, der Küche und den Verwaltungseinrichtungen, die entlang der Mauern gebaut sind, die den Gesamtkomplex umgeben. Gasa und Trashigang sind gute Beispiele für diese Art von Dzong. Gewisse Dzong, beispielsweise der von Punakha, Wangdi Phodrang und Thimphu haben zwei voneinander getrennte Innenhöfe, die durch den zentralen Turm begrenzt sind. Wegen der Festigkeit und Eleganz der abgeschrägten Wände im Einklang mit den kunstvollen Holzarbeiten und der Leichtigkeit der Dächer zählen die Dzongs sicherlich zu den schönsten Bauwerken Asiens. 

Chorten/Chörten (Stupa)

In Bhutan gibt es unzählige Chorten. Der buddhistischen Überlieferung zufolge entstanden die ersten in Tibet, Ladakh und Zanskar. In Bhutan besteht außerdem seit der Frühzeit des Buddhismus die Tradition des Aufeinanderlegens von Steinen an bestimmten Stellen; bei den Chorten haben sich beide Traditionen vermischt. Die buddhistischen Bauwerke symbolisieren die fünf Elemente und je nach Bauart sind sie Denkmal oder Votivgabe. Das Fundament steht für die Erde, die Kuppel für das Wasser, die dreizehn Schirme für das Feuer (sie symbolisieren gleichzeitig die dreizehn Stufen, über die man die Erleuchtung erreicht), Mond und Sonne für die Luft, die Flamme auf der Spitze für den Äther.

 Sehenswürdigkeiten in Bhutan

(Quelle: auszugsweise aus: Reiseführer Bhutan von Francoise Pommaret)


Kunst und Handwerkskunst

Die Aufregendsten und lebendigsten Aspekte der burmesischen Tradition finden sich in der Kunst und im Kunsthandwerk. Viel von Bhutans geistigem und intellektuellem Leben manifestiert sich darin. Bhutaner sind in erster Linie nicht an abstrakten Konzepten der "Schönheit" interessiert, sondern mehr an der Interpretation von Werten und Glaubensvorstellungen, die vom Großteil der Bevölkerung vertreten werden. Dies ist ein subjektiver Prozess mit einem starken Sinn für die Moral. So thematisieren viele Kunstwerke den unendlichen Kampf zwischen guten und bösen Mächten. Bhutanische Kunstwerke, vor allem solche, die religiöse Themen aufgreifen, folgen strikten ikonografischen Regeln. Kreative Energie kommt meist nur bei weltlichen Kunstprojekten zum Tragen.
Die 13 bhutanischen Kunstformen sind: Holzarbeiten, Steinarbeiten, Tonarbeiten, Bronzeguss, Holz- Stein- und Schieferschnitzereien, Malen, Drechseln, Schmiedearbeiten, Silber- und Goldschmiede, die Verarbeitung von Bambus- und Zuckerrohr, Papierherstellung, Weben und Schneidern.
Das "Können" der Kunsthandwerker zeigt sich an den vielfältigen Statuen von Gottheiten, Tempeltüren und Säulen, Glocken, Schwertern, Tischen, Kerzenleuchtern, Reisboxen und Schmuck. Die Holzarbeiten reichen dabei von Holzschüsseln über Körbe, Bambushüte und Butterbehälter bis hin zu Pfeil und Bogen.


Phallus- Symbole in Bhutan

An vielen Häuserwänden, Hauseingänge, Dächern oder an Fenstern finden sich in Bhutan Phallus-Darstellungen. Diese gehen auf Lama Drukpa Kunley zurück, der dies als Empfehlung zum Schutz vor Geistern und Dämonen gab. Die Verehrung dieser Darstellungen gibt es auf allen Teilen der Welt. Sie kommen sowohl im antiken Griechenland als auch bei den Göttern Ägyptens vor. Im Hinduismus ist der Phallus sogar ein Symbol des Gottes Shiva. Seit einiger Zeit bemühen sich in Bhutan westlich eingestellte Stadtbewohner für die Entfernung der Symbole. In ländlichen Gebieten jedoch ist das traditionelle Motiv des Phallus nicht wegzudenken. Vor allem in Bumthang, Wangdue Phodrang und Lobesa sind die Häuserwände voll mit den Phallus-Darstellungen. In Geschäften werden Riesenphalli aus Holz (über 1 Meter!) verkauft.


Lama Drukpa Kunley der "göttliche Verrückte"

Bekannt wurde der Heilige durch sein für die westliche Welt skandalöses Verhalten. Er hatte Beziehungen zu einer großem Anzahl an Frauen, betrank sich und urinierte auf religiöse Bilder. Mit diesen Taten wollte er sowohl provozieren als auch eine drastische Methode zur Lehre des Buddhismus ergreifen. Er behauptete dass er Frauen durch Geschlechtsverkehr segnen könne und wurde deshalb auch"Der Heilige von 5.000 Frauen" genannt.
Außerdem soll er den Dämon "Dochu La" mit seinem Geschlechtsteil niedergeschlagen und vertrieben haben. Deshalb gilt er auch als "Heiliger der Fruchtbarkeit".


Das Kloster Chimi Lhakang

Das Chimi Lhakhang Kloster das dem Lama Drukpa Kunley geweiht ist und aus dem Jahr 1499 stammt, wird noch heute von zahllosen Frauen mit Kinderwunsch aufgesucht. Dort werden sie von dem Oberlama mit einem Holzphallus gesegnet. Bei einem weiteren Ritual kann der Name des ungeborenen Kindes in Erfahrung gebracht werden. Dabei werden Bambustäfelchen verwendet, auf denen viele Namen stehen. Im Kloster befinden sich zahlreiche Phallusskulpturen, sowie Gemälde vom ausschweifenden Leben des Lama Drukpa Kunley.

Wenn Sie von dem Dorf Lobesa zum Chimi Lhakahng Kloster aufbrechen (ca. 20 Minuten Fußweg quer durch Reisfelder), werden Sie dort an jedem der Häuser Phallussymbole sehen können.

Bei unseren Festivalreisen können Sie die Kultur und Tradition in Bhutan besonders gut kennen lernen